Vater-Kind-Wochenende 2oo5

Bärenhöhle - Die Bären sind los

Neue Ideen entstehen meist spontan. Pfr. Sieghard Flömer, Vater eines Krabbelstubenkindes und Thomas Dreessen, seit sechs Jahren Ansprechpartner der Männerarbeit Münsterland und erfahren in der Organisation von Vater-Kind-Wochenenden trafen sich vor einer Weile und kamen ins Gespräch über die Krabbelstube. Schon war die Idee geboren, ein Wochenende für Väter und (Krabbel-)Kinder in der Kirchengemeinde anzubieten. Termin (18.-20. Februar 2005) und Ort (Evangelische Jugendbildungstätte Norwalde) waren bald gefunden. Nach anfänglich nur vereinzelten Anmeldungen musste bald eine Warteliste für Teilnehmer aufgestellt werden. Die eine oder andere Mutter hatte wohl die anfangs zögernden Väter motiviert.

An den beiden Vorbereitungsabenden konnten sich die teilnehmenden Väter kennenlernen, und das Motto "Bärenhöhle - Die Bären sind los" wurde festgelegt. Am 18.Februar ging es dann los. Mit der einen oder anderen Träne im Auge und Sorge um die Kids verabschiedeten sich die Mütter von Kindern - und Vätern. Angekommen in der Jugendbildungsstätte wurden erst einmal die Zimmer bezogen. Alles sehr aufregend. Waren doch die Kids das erste Mal ohne Mama, nur mit Papa, in der Fremde so Richtig spannend wurde es bei der Erkundung der Bärenhöhle (Alt-Bärenhöhle für Väter, zu erkennen am Getränkekühlschrank) und ihrer Umgebung (Haus, Keller). Dann wurden die Türschilder für die Kind-Bär- und Vater-Bär-Schlafhöhlen gemalt. Das machte hungrig und müde. Schon bei der Gute-Nacht-Geschichte vom Oberbären fielen den Bärenkindern die Augen zu.

Der zweite Tag begann für alle mit einer ganz intensiven körperlichen Erfahrung. Bevor es mit dem Basteln der Bärenverkleidung los ging, stand Zärtlichkeit auf dem Programm. Auf den Rücken der kleinen und großen Bären wurden imaginäre Pizzen zubereitet. Die Zutaten - vom kitzeligen Salz bis zum schwungvollen Ausrollen - wurden mit phantasievollen Handbewegungen wie eine Massage aufgebracht. Große und kleine Bären liebten die zärtlich zubereiteten Pizzen. Am Nachmittag ging es mit fertiggestellter Verkleidung und Geräusche machenden, selbst gefertigten Instrumenten auf Bärenjagd. Alle Bären suchten den Bär, der den Honigtopf geklaut hatte. Vom Späher der Bärenbande kam die Nachricht: Draußen ist es zu nass, der Bär hat sich im Haus versteckt. Die Jagd war erfolgreich, Bastian-Bär wurde mit dem Honigtopf gefunden, und alle durften vom Honig schlecken. Ganz schön stressig, so eine intensive Zeit für Vater- und Kind- Bär über zwei Tage. Auch die eine oder andere Nacht war kurz - so hatte Malte-Bär Husten und sein Vater Carsten-Bär bekam nur wenig Schlaf. Nun, so ist das Leben, werden einige Mütter denken.

Neben den Bärenaktivitäten gab es Raum für Gespräche. ,Der Vater im Spannungsfeld von Beruf und Familie ", Zeit für was oder wen?', ,Hobby und Vorbild' und Themen über Zeitgeist in der Kirche wurden bis in die Nacht hinein in der Altbärenhöhle (die mit dem Kühlschrank) diskutiert. Nach einem Gottesdienst in der Bärenhöhle freuten sich am Abfahrtstag alle auf die Mamas und hatten ein immer währendes Erlebnis mit im Gepäck.