Aktuelles aus der Region Münsterland

09/12/15

Adventsfeier der Männerarbeit im Münsterland in Ibbenbüren

Elisabeth von Francois und ihr Mann Albert berichten aus Namibia

 

Mehr als pünktlich, nämlich einen Tag vor dem 1. Advent, kamen am 28. November mehr als 40 Männer und Frauen der Männerarbeit im Münsterland zur alljährlichen Adventsfeier zusammen. Gastgeber waren in diesem Jahr die Männer (und ihre Frauen) des Männerkreises Ibbenbüren, die ins Gemeindezentrum blick.punkt eingeladen hatten.

Nachdem im vergangenen Jahr Pfarrerin Kerstin Hemker über die Partnerschaftsarbeit des Kirchenkreises Tecklenburg mit dem Kirchenkreis Otjiwarongo in Namibia berichtet hatte, waren in diesem Jahr Pfarrerin Elisabeth von Francois mit ihrem Mann Albert zu Gast auf der Adventsfeier. Pfarrerin von Francois ist ökumenische Pfarrerin aus Namibia und seit 2013 in Lengerich. Mit viel Begeisterung, vielen Bildern bis zur Musik samt einer gemeinsamen Tanzeinlage berichteten sie über das Weihnachtsfest in Namibia. Albert von Francois hat es sich nicht nehmen lassen, sogar eine Krippe auf namibisch zu bauen und mitzubringen.

Von Namibia nach Belarus: zwar fand in diesem Jahr kein Arbeitseinsatz statt, dennoch berichtete Uwe Hartmeier über die aktuelle Situation in Nadeshda und rief alle interessierten Männer zur Mitarbeit im kommenden Jahr auf. Vom 12. Bis zum 25. September geht es wieder nach Nadeshda, Helfer sind herzlich willkommen.

10/22/15

Wir trauern um Jürgen Kordts

Nach achtmonatiger schwerer Krankheit ist der Bezirksvorsitzende der Männerarbeit im Münsterland, Jürgen Kordts, am 7. Oktober 2015 verstorben. Über lange Jahre hat sich Jürgen Kordts in der Männerarbeit engagiert. So war er als Kreisvorsitzender im Kirchenkreis Tecklenburg und seit 2012 als Bezirksvorsitzender im Münsterland und damit auch als Mitglied des Landesvorstandes der Männerarbeit in Westfalen aktiv. Aufgeschlossen für neue Themen und Angebote hat er die Ausstellung „Rosenstraße“, die in Rheine zum Thema häusliche Gewalt gezeigt wurde, aktiv begleitet und auch die Vater-Kind-Seminare unterstützt. Die Männerfrühstücke in den drei Münsterländer Kirchenkreisen hat er wann immer möglich besucht. Besonders stolz war er auf den Männerkreis in Rheine, den er nach mehreren Anläufen im Frühjahr 2013 mitbegründet hat. Jürgen Kordts war nicht nur in der Männerarbeit aktiv. In der Jakobigemeinde in Rheine war er als ehrenamtlicher Küster und Sicherheitsbeauftragter unverzichtbar. Jürgen Kordts ist in diesem Jahr bereits das dritte Mitglied des Bezirksvorstandes, das von uns gegangen ist. Bereits im Januar ist Richard Bohn aus Lüdinghausen verstorben, im März folgte ihm Gerd Knuth aus Münster, langjähriger Vorgänger von Jürgen Kordts als Bezirksvorsitzender. Alle drei werden für die Männerarbeit im Münsterland unvergessen bleiben.

"Flüchtlinge - damals und heute“

Volles Haus beim 9. Männerfrühstück in Ibbenbüren

 

 

Am Samstag, dem 17. Oktober um 9.30 Uhr konnte der Vorsitzende des Ev. Männerkreises der Christusgemeinde Siegfried Grau 90 Männer im Gemeindezentrum blick.punkt begrüßen. Die Aktualität und die Brisanz des Flüchtlings-Themas hatte die Männer auf den Weg gebracht. Und dazu ein reichhaltiges Buffet, zu dessen Gelingen - man höre und staune- auch etliche Frauen ihr Bestes gegeben hatten. Der Flüchtlings-Beauftragte des Kirchenkreises Pfarrer i. R. Reiner Ströver, gab den biblischen Impuls zum Thema. Dabei wurde deutlich, dass die Aufnahme von Flüchtlingen ein eindeutiges Gebot der Gottes- und Nächstenliebe ist, das sowohl im Alten wie im Neuen Testament fest verankert ist. Dies dürfe jedoch für eine Diskussion im Männerfrühstück nicht bedeuten, dass nicht die Sorgen und Ängste Einzelner zur Sprache gebracht werden dürften. Uwe Hartmeier, der Beauftragte für die Männerarbeit im Ev. Kirchenkreis Tecklenburg und im Münsterland, der die Moderation des Vormittags übernommen hatte, gab einen geschichtlichen Aufriss über die Flüchtlingsbewegungen nach dem 30-jährigen Krieg. Über 6 Millionen Deutsche sind danach bis zum 1. Weltkrieg nach den USA, nach Australien und auch nach Russland ausgewandert. Es waren "Wirtschaftsflüchtlinge", die sich aus existentieller Sorge um Leib um Leben mit ihren Familien auf den Weg machten. In eindrücklichen Bildern wurde erkennbar, wie viele Ausreisende etwa in Rotterdam festsaßen, um von dort auf ein Schiff zu kommen. Nach dem 2. Weltkrieg, stand die Bundesrepublik vor der gigantischen Aufgabe aus dem Osten über 8 Millionen Vertriebene aufzunehmen. Alfred Laqua, der bis heute in der Landsmannschaft Schlesien verantwortlich tätig ist, erzählte aus eigener Betroffenheit, wie er von Schlesien kommend schließlich eine Bleibe bei einem Bauern in Hörstel fand. Er war damals 11 Jahre, als er mit seinen Eltern und der Familie die Heimat verlassen musste. Für die Unterbringung auf dem Bauernhof musste ein Hühnerstall in einer Scheune herhalten, obwohl im Wohnhaus ein Zimmer leer stand. Da konnte von einer "Willkommenskultur" keine Rede sein. Es zählten arbeitsfähige Männer in der Landwirtschaft. In einer ersten Gesprächsrunde an den Tischen gab es dann die Möglichkeit, dass die Älteren ihre eigenen Erfahrungen aus dieser Zeit einbringen konnten. Der 22-jährigen Afghane Ebrahim Rezai schilderte danach in eindrücklicher Weise, was ihn zur Flucht gezwungen hatte. Es war der Tatbestand, dass er die Polizei auf einen Verdächtigen aufmerksam gemacht hatte, der sich wenig später als Selbstmord-Attentäter entpuppte. Von dem Augenblick an versuchten ihn die Taliban zu töten. Dass er heute in Deutschland leben und eine Schulausbildung absolvieren kann, hat er dem entschlossenen Einsatz kirchlicher Mitarbeiter, dem Kirchenkreis und nicht zuletzt auch "Brot für die Welt" zu verdanken. Ein besonderer Dank galt Reiner Ströver, der die Mittel und Wege für seinen jetzigen Aufenthalt in Bewegung gesetzt hatte. Selcuk Özdemir, der langjährige Leiter der Migrations- und Beratungsstelle im Begegnungszentrum für Ausländer und Deutsche e.V. in Ibbenbüren schilderte dann wie er als Kind im Rahmen einer Familienzusammenführung Anfang der 60er Jahre nach Deutschland gekommen ist. Damals wurden "Gastarbeiter" von Deutschland aus gesucht und auf diesem Wege bis 1973 über 2 Millionen Türken integriert. Dass heute die Situation eine andere ist, weiß er aus eigener Erfahrung. So standen am Ende des Vormittags die aktuellen Zahlen. Mit Stand vom 16. Oktober sind es 370 Personen, die die Stadt Ibbenbüren in Übergangswohnheimen untergebracht hat. Eine Erstunterkunft für 500 weitere Flüchtlinge ist gerade in Vorbereitung. Am Ende seiner Ausführungen erklärte er eindeutig: "Auch wenn sich die Menschen vor meiner Tür drängeln - und das auch über meine reguläre Arbeitszeit hinaus - ich habe bisher keinen zurückgewiesen. Jeder findet bei mir eine offene Tür und ein offenes Ohr." Als ich ihn nachher persönlich frage: "Wie schaffst du das?" gesteht er mir: "Ja , es geht oft bis an die Grenzen meiner Kraft." So ist es gut, dass am Ende die Frage gestellt wird: "Wo können wir mithelfen und etwas tun?" In der Zusammenarbeit katholischer und evangelischer Gemeinden gibt es dazu in Ibbenbüren verschiedene Initiativen, die von Reiner Ströver kurz vorgestellt wurden. Wer dazu nähere Auskünfte braucht oder wer sich zur praktischen Mitarbeit anmelden möchte, melde sich bei dem Flüchtlingsbeauftragten des Ev. Kirchenkreises Tecklenburg Pfarrer i. R. Reiner Ströver, Tel. 05451 - 5435341/ E-mail: stroever-pastor@t-online.de Pfarrer i.R. Reinhard Paul Mitglied im Vorbereitungskreis

Ansprechpartner

Uwe Hartmeier ist ihr Ansprechpartner für die Region Münsterland.

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