Montasspruch Juni

Welch eine schöne Entdeckung ist der Satz aus dem Buch der Sprüche! Freundliche Reden gehen mehr als nur runter wie Öl oder warme Butter, sie sind eine Wohltat für Seele und Körper. Schon seit tausenden von Jahren wissen Menschen, dass Honig eine solche Kraft hat. Von außen auf schmerzende Glieder aufgetragen oder über den Mund in den Körper aufgenommen kann Honig Wunden heilen, Fieber senken und Entzündungen hemmen. Und schmeckt einfach süß und gut.

So sind unsere Reden, - wenn es denn freundliche Reden sind. Worte wirken, das wissen wir. Manches Mal mehr, als wir meinen und anders,als wir beabsichtigt hatten.Was macht Reden aus, die freundlich und damit gerne aufzunehmen und gut zu verdauen sind? Ich bin angesehen! Das spüre ich den Worten ab, unabhängig davon, ob ich mein Gegenüber dabei mit eigenen Augen sehe, ob ich sie höre oder lese. Freundliche Reden sind sorgsam und liebevoll zubereitet und haben Zeit, ihre Wirkung zu entfalten. Ihre Qualität haben sie wie der Honigseim von Natur aus. Da ist alles echt und ohne künstliche Zusätze oderGeschmacksverstärker. Freundliche Reden können Gemüter kühlen. Sie legen sich wohltuend auf offene Stellen und können gar helfen, dass Wunden zu heilen beginnen.

Sie gönnen dem anderen Genuss. Und dabei sind die Inhaltsstoffe nicht auf verdientes Lob und unerwartete Komplimente beschränkt. Aufrichtiges Feedback, unbequeme Wahrheiten, das Hinweisen auf begangene Fehler bis hin zur Auseinandersetzung mit Fragen von Schuld und Vergebung vermitteln sich so. Da wird mitnichten etwas zuckersüß verpackt, sondern freundlich verabreicht. So kann ich es schmecken und verdauen und muss es nicht angewidert ausspucken. Mit freundlichen Reden stehen wir ganz und gar in der Linie des gottesfürchtigen und weisen Königs Salomo,dem die Sprichwörter zugeschrieben sind. In dieser Linie, die sich fortsetzt bis hin zu Jesus, in dem die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes erschienen ist (Titus 3,4). Von ihm, dem Meister der freundlichen Reden, die sind wie Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder, können wir es lernen. Es lohnt sich!

Daniela Fricke

Jahreslosung 2019

Jahreslosung 2019: "Suche Frieden und jage ihm nach!" Ps 34,15

08. Mai 1945. Der letzte Kriegstag auf deutschem Boden liegt nunmehr bald 75 Jahre zurück. Als ein im Jahr 1968 in Deutschland Geborener habe ich in meinem Leben nicht einen Tag Krieg am eigenen Leib erlebt. Aber weiß doch nur zu gut, dass ich - im Weltmaßstab betrachtet - damit eine absolute Ausnahme bin. An keinem einzigen der etwa 28.000 Tage seit Mai 1945 haben weltweit die Waffen geschwiegen.
Immer neu bewahrheitet sich die Erkenntnis des Schriftstellers Günther Kunert: "Als der Mensch unter den Trümmern seines bombardierten Hauses hervorgezogen wurde, schüttelte er sich und sagte: Nie wieder. Jedenfalls nicht gleich." Und - Gott sei's geklagt- es sind immer wieder und vorallem Männer, die nicht den Frieden, sondern den Krieg suchen, die nicht dem Frieden nachjagen, sondern den Hass säen. Es sind, jahrhundertelang, dann aber auch die Männer selber gewesen, die am stärksten unter dem Krieg gelitten haben. Man ließ sie den "Heldentod" sterben, zurück blieben Söhne ohne Väter. Heute ist auch in Europa, auch in der westlichen Welt, das Risiko eines Krieges so hoch wie lange nicht. Und wieder sind es in erster Linie Männer, die die Konflikte befeuern. Wie kommt die Welt da raus? Und was kann unser Beitrag sein? Vor einiger Zeit stand ich staunend in einem der großen Tagungsräume in Haus Villigst und war umgeben von lauter Menschen, die es angeblich gar nicht gibt - von männlichen Erziehern. Es waren mehrere Dutzend, sie sind alle in Kindertageseinrichtungen tätig und machen dort eine Arbeit, die nicht hoch und wichtig genug eingeschätzt werden kann. Denn es sind nicht zuletzt die Kitas in unserem Land, wo Haltungen und Einstellungen geprägt und Rollenverhalten eingeübt wird. Männliche Erzieher, die den Jungen etwas davon zeigen, wie sie Männer werden können, ohne die Grenzen Anderer zu verletzen, ohne immer auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein, ohne auf das Recht des Stärkeren zu setzen, das sind Schätze einer Gesellschaft und einer Kirche. Denn Frieden fällt nicht vom Himmel, sondern will gelernt sein.
Jeder Tag des neuen Jahres wird uns allen Gelegenheit geben, den Frieden zu suchen. Wie ich rede, wie ich mich im Straßenverkehr bewege, was ich konsumiere, was ich meide, welchen Ideen ich folge, was ich tue und was ich lasse - all das ist nicht egal, nicht gleich-gültig, sondern kann friedensstiftende Wirkung haben. Und was kann besser sein, als einem anderen Menschen am Anfang des neuen Jahres- und alle Tage wieder - zu sagen: "Friede sei mit dir."

Martin Treichel
Landesmännerpfarrer derEvangelischen Kirche von Westfalen

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Sarah Wittfeld
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