Monatsspruch März

In Herzensangelegenheiten liegt uns das Herz auf der Zunge und es prägt unsere Sprache: Wir verschenken unser Herz an jemanden, den wir lieben oder verlieren es gar. Wir nehmen es uns zu Herzen, wenn die Beziehung brüchig wird und es kann uns das Herz zerreißen, wenn sie zerbricht.

Dem Propheten Samuel liegt die Beziehung des Volkes Israel zu Gott besonders am Herzen. Und diese Beziehung ist in der Krise. So fordert er vom Volk Israel nicht weniger als einen grundlegenden Sinneswandel, eine Neuorientierung in Herzensangelegenheiten: "Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein."Er sagt dies zu einer Zeit, in der Israel mal wieder in Schwierigkeiten ist: Wieder einmal steht eine kriegerische Auseinandersetzung mit den Philistern bevor und wieder sieht es schlecht aus für das Volk Gottes. In dieser Situation, als ihnen das Herz in die Hose gerutscht ist, da erinnern sie sich an Gott und suchen seine Nähe - aber auch nur da! Denn viele in Israel haben ihr Herz inzwischen an die lokalen Gottheiten in ihrem Umfeld verloren, an die Bildnisse der Baale und Astarten. Sie stehen für Fruchtbarkeit und Wohlstand und sind damit viel "handfester" als ihr Gott, bei dem sich alles um die "Beziehung" zudrehen scheint. Selbst die Gebote, die Gott seinem Volk gab, dienen dazu, diese Beziehungen zu pflegen: die Beziehung zu Gott in den ersten drei Geboten und die der Menschen untereinander in den sieben folgenden. Denn: "Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott!" So hat Martin Luther in seiner Erläuterung zum 1. Gebot diese Erfahrung Israels - die wohl auch die unsere ist - zusammengefasst.

Wie leicht kann die Aussicht auf Erfolg und Wohlstand unser Herz höher schlagen lassen und zu einem wirklichen Herzenswunsch werden - und damit zu unserem Gott. Darum spricht Samuel das Herz an, wenn es um die Beziehungsebene zu Gott geht: "Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein. "Und er macht deutlich, dass es sich um eine Herzensangelegenheit handelt, für die Menschen und besonders für Gott. Es ist Gott ein Herzensanliegen, mit uns Gemeinschaft zu haben - damals wie heute. Gott sei Dank! Und er wartet auf eine Antwort. Eine Antwort, die von Herzen kommt.

Ingo Neserke

Jahreslosung 2019

Jahreslosung 2019: "Suche Frieden und jage ihm nach!" Ps 34,15

08. Mai 1945. Der letzte Kriegstag auf deutschem Boden liegt nunmehr bald 75 Jahre zurück. Als ein im Jahr 1968 in Deutschland Geborener habe ich in meinem Leben nicht einen Tag Krieg am eigenen Leib erlebt. Aber weiß doch nur zu gut, dass ich - im Weltmaßstab betrachtet - damit eine absolute Ausnahme bin. An keinem einzigen der etwa 28.000 Tage seit Mai 1945 haben weltweit die Waffen geschwiegen.
Immer neu bewahrheitet sich die Erkenntnis des Schriftstellers Günther Kunert: "Als der Mensch unter den Trümmern seines bombardierten Hauses hervorgezogen wurde, schüttelte er sich und sagte: Nie wieder. Jedenfalls nicht gleich." Und - Gott sei's geklagt- es sind immer wieder und vorallem Männer, die nicht den Frieden, sondern den Krieg suchen, die nicht dem Frieden nachjagen, sondern den Hass säen. Es sind, jahrhundertelang, dann aber auch die Männer selber gewesen, die am stärksten unter dem Krieg gelitten haben. Man ließ sie den "Heldentod" sterben, zurück blieben Söhne ohne Väter. Heute ist auch in Europa, auch in der westlichen Welt, das Risiko eines Krieges so hoch wie lange nicht. Und wieder sind es in erster Linie Männer, die die Konflikte befeuern. Wie kommt die Welt da raus? Und was kann unser Beitrag sein? Vor einiger Zeit stand ich staunend in einem der großen Tagungsräume in Haus Villigst und war umgeben von lauter Menschen, die es angeblich gar nicht gibt - von männlichen Erziehern. Es waren mehrere Dutzend, sie sind alle in Kindertageseinrichtungen tätig und machen dort eine Arbeit, die nicht hoch und wichtig genug eingeschätzt werden kann. Denn es sind nicht zuletzt die Kitas in unserem Land, wo Haltungen und Einstellungen geprägt und Rollenverhalten eingeübt wird. Männliche Erzieher, die den Jungen etwas davon zeigen, wie sie Männer werden können, ohne die Grenzen Anderer zu verletzen, ohne immer auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein, ohne auf das Recht des Stärkeren zu setzen, das sind Schätze einer Gesellschaft und einer Kirche. Denn Frieden fällt nicht vom Himmel, sondern will gelernt sein.
Jeder Tag des neuen Jahres wird uns allen Gelegenheit geben, den Frieden zu suchen. Wie ich rede, wie ich mich im Straßenverkehr bewege, was ich konsumiere, was ich meide, welchen Ideen ich folge, was ich tue und was ich lasse - all das ist nicht egal, nicht gleich-gültig, sondern kann friedensstiftende Wirkung haben. Und was kann besser sein, als einem anderen Menschen am Anfang des neuen Jahres- und alle Tage wieder - zu sagen: "Friede sei mit dir."

Martin Treichel
Landesmännerpfarrer derEvangelischen Kirche von Westfalen

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Sarah Wittfeld
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