Landesvertretertagung

vom 19. – 20. November 2010

 Das Wichtigste im Leben? –

Männer zwischen Familie, Beruf, und …


Die diesjährige Tagung der ehrenamtlichen Vertreter der Männerkreise, den Arbeitszweigen und den hauptamtlichen Mitarbeitern fand in diesem Jahr in Haus Düsse, Bad Sassendorf statt. In den Berichten wurde deutlich, wie sehr die ehrenamtlichen Mitarbeiter die Arbeit tragen.

Vorgestellt wurde auch das neue Rahmenkonzept des Instituts für Kirche und Gesellschaft. Die Männerarbeit ist dort im Fachbereich IV „Zusammenleben von Männern, Frauen und Kindern, Demografie, Ehrenamt“ angesiedelt. Für das kommende Jahr sind zwei Neueinstellungen geplant. Jeder pädagogische Mitarbeiter ist für einen thematischen Schwerpunkt, für bestimmte Weiterbildungsveranstaltungen und für eine Region zuständig.

Berichtet wurde auch über das Engagement für Kinder aus den verseuchten Regionen nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Im Kinderzentrum Nadeshda sind. weitere Spenden, vor allem für die Erweiterung des Speisesaals, dringend notwendig. Die Arbeitseinsätze der Männer aus dem Münsterland, sind weiterhin von großer Bedeutung.

Im Jahr 2010 wurden von der Vater-Kind –Agentur der Männerarbeit ca. 70 Väter-Kinder-Wochenenden durchgeführt. Ein wesentliches Qualitätsmerkmal dieser Wochenenden ist die Kompetenz der Leiter und Kinderteamer, die durch die Männerarbeit ausgebildet werden. In der Kooperationen mit Familienzentren und anderen Kindertageseinrichtungen wird dank dieser Arbeit zunehmend deutlich: „Väter sind Erziehungspartner“.

„In den meisten Studien der Väterforschung wird ein sehr enges Konzept von Vaterschaft vorgestellt und angewendet“, stellte  Dr. Peter Döge in seinem Vortrag anlässlich dieser Tagung fest. Fazit seiner Ausführungen: Familie ist ein wichtiger Bereich im Männerleben; das Vaterschaftsbild ist im Wandel. Es gibt heute viele Formen von Vater-Sein. Verantwortliche Vaterschaft basiert auf „Neuen Vätern und Neuen Müttern“ die gemeinsam die Familie versorgen, in ihrer eigenen Art und Weise. Bei vielen Männern ist zwar der Wunsch Kinder zu haben vorhanden, jedoch sind viele jüngere Männer kinderlos. Väter wollen weniger und anders arbeiten, jedoch ist die Anwesenheitskultur im Berufsleben weiterhin in Geltung.

Männer und Familie bleibt in nächster Zeit ein wichtiges Thema für die westfälische Männerarbeit. In der Woche zuvor hatte die Landessynode beschlossen „… einen Prozess in Gang zu setzen, der die mit der Familienwirklichkeit verbundenen Fragen in Kirche und Gesellschaft aufgreift und im Rahmen einer Hauptvorlage zur Diskussion bringt.“

Sehnsucht nach einem Leben in Würde

„Ist Leben in Würde nur ein Traum; in einer Gesellschaft in der jeder mit jedem in Konkurrenz steht; und der Einzelne nur nach seiner wirtschaftlichen Leistungskraft bewertet wird?“ – diese Frage stellten sich die Teilnehmer der Theologischen Tagung der Männerarbeit am 13. und 14. Februar in Haus Villigst. Selbst wenn diese harte Analyse stimmt, bleibt die Sehnsucht nach einem würdevollen Leben. Und diese  Sehnsucht nach Würde kann Energien freisetzen! Energien die es ermöglichen gegen eigene Resignation anzugehen und sich für ein menschenwürdiges Leben einzusetzen. Diese Sehnsucht lässt uns eine andere Wirklichkeit erspüren und erfahren. Die Sehnsucht nach Würde und Solidarität zeigt deutlich wie unerfüllt diese Wünsche oft sind.

„Authentisch leben zu können in unserer Welt ist für mich die Erfüllung der Sehnsucht nach einem Leben in Würde.“ –erläuterte  Prof. Dr. Ulonska in seinem Hauptreferat. „In der Bibel finden wir Bilder, die die Sehnsucht nach Würde aufnehmen. In Reden Jesu, wie zum Beispiel die Bergpredigt und in Gleichnissen, findet sich diese Sehnsucht nach Würde wieder. Menschen werden geheilt. Damit gewinnen sie als Geheilte ihre Würde zurück, denn sie sind befreit von dem, was zu ihrer Diskriminierung uns Aussonderung geführt hat.“ Einander in Würde begegnen bedeutet mehr als  ausschließlich für materielleres Wohlergehen einzutreten. Es geht um Ermöglichung von Teilhabe an den gesellschaftlichen Prozessen und Entscheidungen, als Mensch angenommen werden und selbstbestimmt zu Leben.

„Sehnsucht ist der Anfang von allem“ – unter diesem Motto stellte Martin Heider Texte und Musik zum Thema vor. Im Abschlussgottesdienst, den Landesmännerpfarrer Dieter Rothardt leitete, wurden die kreativ vorgetragenen Ergebnisse der Gruppenarbeiten aufgenommen.

Mit dieser Tagung wurde die Arbeit am Jahresthema für den Männersonntag am 17. Oktober aufgenommen. Es lautet: „Vater und Mutter ehren? – Leben in Würde für Jung und Alt.“ Die Planungstagung zur weiteren Vorbereitung des Männersonntags findet am 26. / 27. Juni statt.


Den Vortrag von Prof. Dr. Ulonska (im Bild oben rechts) können Sie hier herunterladen.

Gute Gründe für die Arbeit mit Männern

Männerarbeit verabschiedet Diskussionspapier nach einem Jahr Vorbereitung

 „Der Text ist fertig, aber die Diskussion geht jetzt erst richtig los.“ - so war der Eindruck bei den abschließenden Beratungen im dezember im Landesvorstand der Männerarbeit. Unter der Überschrift „Männer in Bewegung – gute Gründe für die Arbeit mit Männern in der Kirche“ hat die westfälische Männerarbeit ein Jahr an einem Text zur theologischen Ortsbestimmung gearbeitet. „Es ist gut, auf eine lange Tradition zurückblicken zu können, aber in den aktuellen Debatten um Prioritäten und Perspektiven ist das kein ausreichendes Argument.“ - was eine der Feststellungen, die am Anfang dieses Projektes stand. Und so hat die westfälische Männerarbeit im vergangenen Jahr einige Theologen zu Vorträgen und Diskussion eingeladen, die dabei sind, eine Männerperspektive in der Theologie zu begründen. Dr. Tim Bürger (Kassel) stellte sein Konzept „Männerräume bilden“ vor. Prof. Dr. Rainer Knieling beschrieb sein Anliegen einer Theologie, die Männern zuhört. Dabei skizzierte er entsprechende Ansätze in Verkündigung und Seelsorge. Und einer seiner Hinweise lautete: „Nur weil Theologie in der Vergangenheit vorwiegend von Männern gemacht wurde, ist das, was dabei heraus kommt lange noch nicht Männern gemäß.“ Prof. Dr Martin Fischer was unter Der Überschrift „Männermacht und Männerleid“ der Männerfeindlichkeit bestimmter dogmatischer Traditionen nachgegangen.

Aus diesen Impulsen und vielen Diskussionsbeiträgen ist ein Text entstanden, der das Ziel hat, zu der aktuellen Debatte um Konzeptionen und kirchliche Standards einen Beitrag zu leisten und der Weiterentwicklung der Arbeit mit Männern die notwendige theologische Orientierung zu geben. Während der Beratungen bei der Landesvertretertagung der Männerarbeit gab es erneut Impulse und kritische Kommentare von Experten. Martin Rosowski, Geschäftsführer der Männerarbeit in der EKD, stellte die westfälischen Überlegungen in den Zusammenhang der konzeptionellen Debatte der Männerarbeit in den vergangenen Jahrzehnten. Es sei wichtig, mit Männerperspektiven in den aktuellen Diskussionen Anschluss zu halten und auf diesem Wege die eigenen Traditionen zu modernisieren, betonte er. Superintendent Albert Henz aus Iserlohn bestärkte das Anliegen, einer theologischen Selbstverständigung angesichts der Veränderungen in Kirche und Gesellschaft. Ob es gelingt, Männer anzusprechen, mit ihnen über Fragen ihres Lebens und ihres Glaubens im gespräch zu sein und mit ihnen angemessene formen des Engagements zu gestalten – das alles seien wichtige Anhaltspunkte dafür, wie es unserer Kirche gelingt, mit dem Evangelium kommunikativ umzugehen.

Dass es dabei nicht nur um Methodisches geht, sondern theologische Grundsatzfragen berührt werden, zeigte die Debatte zum Stichwort Gemeinde. In der jetzt veröffentlichten Fassung des Textes heißt es dazu: „Wir machen dabei die Erfahrung, dass innerhalb der Sozialformen der Ortsgemeinde aber auch an anderen Orten Gemeinde sich in der direkten Begegnung von Männern im Namen Jesu immer wieder neu konstituiert. Die Stichworte „Gemeindegruppe“, „Gemeinde auf Zeit“, „Gemeinde unterwegs“, „Gemeinde am anderen Ort“ erinnern daran, dass die intensive Begegnung von Menschen untereinander einen Raum eröffnen kann für die Begegnung mit Gott. Die Vielfältigkeit und die Funktionalisierung alltäglicher Lebensbezüge erzeugen gegenwärtig geradezu eine Sehnsucht nach direkter personalen Begegnung. Daraus resultiert die Wertschätzung gemeindlicher Formen, die dieses ermöglichen. Diese Formen als Teile von Kirche und selbstbewusster Gemeinde zu sehen und zu gestalten ist eine theologische, konzeptionelle und organisatorische Aufgabe, zu deren Bewältigung die Männerarbeit ihren Beitrag leisten will.“

Den Text finden Sie hier zum Download.

Hier der aktuelle Bericht in UNSERE KIRCHE

 

Evangelische Männerarbeit diskutiert Zukunftsperspektiven

„Es ist Rückenwind spürbar.“  - konstatierten die  Mitglieder des Landesvorstands und die hauptberuflichen Mitarbeiter der evangelischen Männerarbeit, die am 17. und 18. April in Havixbeck bei Münster zu ihrer Jahresklausur zusammengekommen waren. In den Gemeinden entstehen neue Männergruppen. Die Arbeit mit Vätern und Kindern boomt. Das Bildungsprogramm erfreut sich reger Nachfrage. Dass dieses alles nicht nur subjektives Empfinden ist belegen die Ergebnisse einer aktuellen Männerstudie mit dem Titel „Männer in Bewegung“. Mehr Männer bezeichnen sich heute als religiös als noch vor zehn Jahren und es wächst die Zahl derer, die sich von der Kirche Unterstützung erhoffen. Doch es gab auch Zweifel, ob unsere Kirche diese Chancen auch sieht. Sollten die in den nächsten Jahren frei werdenden Stellen nicht wiederbesetzt werden, steht ein großer Teil der Arbeit zur Disposition. In der Klausur wurde deutlich: Es geht um eine angemessene Personalausstattung und gleichzeitig um die thematische und strukturelle Weiterentwicklung der Arbeit, damit neue Chancen wahrgenommen werden können. „Die evangelische Männerarbeit ist dabei, sich auf diese Herausforderungen einzustellen. Sie ist in Bewegung.“ – erklärte Landesmännerpfarrer Dieter Rothardt.

Die Männerarbeit vernetzt gegenwärtig über 400 Männergruppen in Gemeinden und begleitet diese durch ehrenamtliche Gremien. Zu der Arbeit gehört ein breit gefächertes Bildungsangebot von Vortragsveranstaltungen, Studienseminaren und Tagungen. In der politischen Bildung sind z.B. in diesem Jahr Veranstaltungen zum Thema „20 Jahre deutsche Einigung“ ein Schwerpunkt. Die Unterstützung eines Kinderzentrums für Kinder aus verstrahlten Gebieten in Weißrussland ist Ausdruck sozialen Engagements. An 70 Wochenenden im Jahr haben Väter die Gelegenheit zu erfahren: „Es klappt auch mit den Kindern.“ Fester Bestandteil dieser Wochenenden sind Gesprächsrunden zur Vaterrolle und zu Erziehungsfragen. Mit Unterstützung des Familienministeriums des Landes und durch Spenden ist es in diesem Arbeitsfeld gelungen, die Qualität der Arbeit weiterzuentwickeln und freie Mitarbeiter dafür auszubilden. In den Gemeinden und Kirchenkreisen wird es in Zukunft darauf ankommen, die Wertschätzung der Traditionen mit neuen Formen der Arbeit zu verbinden. Wichtig sind direkte Kontakte und Räume, in denen Männer mit ihren Erfahrungen, mit ihren Fragen und mit ihren Perspektiven in unserer Kirche einen Ort haben. Wichtig war den Teilnehmern der Klausur sowohl die Weiterentwicklung des Netzwerks von Männern als auch die Arbeit an theologischen und gesellschaftspolitischen Themen. Väterfreundliche Familienpolitik, Männergesundheit, wirtschaftliche Globalisierung und Lebensqualität, soziale Gerechtigkeit in der Wirtschaftskrise – immer geht es darum, die Perspektive von Männern stark zu machen und die Glaubens- und Handlungsdimension miteinander zu verknüpfen.

Die Klausur in Havixbeck stand damit auch in direktem Zusammenhang zum diesjährigen Jahresthema der Männerarbeit: „In ein Land das ich dir zeigen will (1. Mose 12, 1) – Männer in Bewegung“. In Erinnerung an den Aufbruch Abrahams in ein verheißenes Land werden die Veränderungen thematisiert, die Männern heute in Beruf, Familie und sozialem Leben abverlangt werden. Die Arbeit am Jahresthema und gleichzeitig an ihrer eigenen Zukunftsgestaltung setzt die westfälische Männerarbeit am 20. / 21. Juni in einer Tagung in Schwerte - Villigst fort. Unter anderem wird es dann auch um ein Positionspapier gehen mit dem Titel: „Männer in Veränderungsprozessen - gute Gründe für die Arbeit mit Männern in der Kirche“.

Vorstand der westfälischen Männerarbeit in sein Amt eingeführt

In einem Gottesdienst in der Kapelle von Haus Villigst wurde am Samstag, den 22. November, der neue Landesvorstand der Männerarbeit in sein Amt eingeführt. Gleichzeitig wurden langjährige Mitglieder aus diesem Gremium verabschiedet. Die Neuwahlen hatten vorher am gleichen Tag im Rahmen der Landesvertretertagung stattgefunden.

Der Vorsitzende Dr. Helmut Eiteneyer wurde in seinem Amt bestätigt. Eiteneyer ist Kaufmann und war bis zu seiner Pensionierung Vorstandsmitglied in einem Unternehmen der Wasserwirtschaft. Er ist seit vier Jahren Vorsitzender der westfälischen Männerarbeit und seit Sommer 2008 auch Vorsitzender der Männerarbeit in der EKD. Wiedergewählt wurden als stellvertretende Vorsitzende Pfarrer Rainer Labie, Vlotho, und Regierungsdirektor Bernd Müller, Geseke, sowie als Vertreter der Bezirke Wilhelm Pollheide (Ostwestfalen), Gerd Knuth (Münsterland), und Reinhard Müller (Hellweg). Verabschiedet wurde Adam Oppe, der dem Landesvorstand 37 Jahre angehört hatte. Oppe war engagiert in der Versöhnungsarbeit mit den Völkern Osteuropas und war maßgeblich am Aufbau eines Kinderzentrums in Weißrußland beteiligt. Dieses Projekt „Nadeshda“ unterstützt die westfälische Männerarbeit bis heute mit großem Engagement. Ebenso wurden Pfarrer Wolfgang Kraziewicz und Pfarrer Achim Riggert verabschiedet. Kraziewicz prägte 20 Jahre die westfälische Männerarbeit im Landesvorstand und hat sich sehr für deren Eigenständigkeit eingesetzt. Riggert war vier Jahre dabei und besonders für die Bildungsrbeit  engagiert. Neu hinzugekommen sind als weiterer stellvertretender Vorsitzender Hajo Trux, Wulfen, und für die Bezirke Pfarrer Herbert Ottersein (Ruhrgebiet) und Werner Unverzagt (Südwestfalen). Als Vertreter der Arbeit mit neuen Zielgruppen wurde Dr. Holger Gemba in den Vorstand berufen. Er fand den Kontakt zur Männerarbeit über die Vater-Kind-Wochenenden und setzt sich für die Zertifizierung „familienfreundlicher Unternehmen“ ein. Als Slawist will er auch die Kontakte der Männerarbeit nach Weißrußland unterstützen. Dem Landesvorstand gehören ferner an: Landeskirchenrat Friedhelm Wixforth, Landesmännerpfarrer Dieter Rothardt und Udo Teupen als Vertreter der hauptberuflichen Mitarbeiter.

Die Tätigkeit des Landesvorstands regelt die „Ordnung der Männerarbeit im Institut für Kirche und Gesellschaft“. Darin ist die Mitverantwortung Ehrenamtlicher bei der Gestaltung der Männerarbeit beschreiben. Entsprechend gaben der ehrenamtliche Vorsitzende und der Landesmännerpfarrer ihre Jahresberichte in der Landesvertre-tertagung ab. Sie skizzierten die Entwicklung der Arbeit in den aktuellen Handlungs-feldern der Männerarbeit. Die Arbeit mit Gruppen auf Gemeindeebene entwickelt sich stabil. Neue Gruppen und neue Arbeitsformen (Männerfrühstück, Pilgerwege usw. ) kommen hinzu. Mit Vorträgen in den Gemeindegruppen und mit Studienseminaren und besonderen Angeboten des „Referats für Männerfragen“  hat die Männerarbeit ein umfangreiches Bildungsangebot. Die Arbeit mit Vätern und Kindern boomt mit über 50 Wochenenden pro Jahr. Soziales Engagement zeigt sich u.a. im Projekt „Nadeshda“. Die Kompetenz der Männerarbeit in Genderfragen ist inzwischen auch auf der Ebene der Kirchenkreise zunehmend gefragt. 2005 hatte die Männerarbeit Grundsätze für die ehrenamtliche Arbeit beschlossen. Darin wurden u.a. als Ziele Transparenz in der Zusammenarbeit zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen und eine Verbesserung der Anerkennungskultur genannt. Die Verabschiedung ausscheidender Vorstandsmitglieder und die Einführung des neuen Vorstands in einem Gottesdienst unterstrich dieses Anliegen der Männerarbeit.

Der grüne Hahn fliegt nach Weißrussland

Start-schuss zum neuen Förderprogramm Belarus

Vom 06. bis 13. Februar waren 13 Männer und Frauen aus Weißrussland in Haus Villigst und informierten sich über nachhaltiges Umweltma-nagement in der Ev. Kirche von Westfalen. Ne-ben einem Vertreter unseres Projektes Nadeshda waren unter anderem noch zwei orthodoxe Kir-chengemeinden, das IBB Minsk und sogar ein ganzes Dorf (Komorrowo) beteiligt. Im Mittelpunkt stand die Teilnahme an einer großen Konferenz des Umweltreferates der Ev. Kirche von Westfa-len zur neuen Zertifizierungsphase von westfä-lischen Kirchengemeinden mit dem Ziel, umwelt-verträglicher und nachhaltiger zu wirtschaften. Dieses weit über Westfalen hinaus bekannte Verfahren mit dem Namen „grüner Hahn“ hat auch unsere Partner in Weißrussland neugierig gemacht. Gerade auch in Belarus ist ein nach-haltiges Umweltmanagement unbedingt notwen-dig.
Zu diesem Zweck werden auch der Umweltpfar-rer im Institut für Kirche und Gesellschaft, Klaus Breyer und der Leiter des Projektbüros Grüner Hahn, Hans-Jürgen Hörner nach Belarus fliegen, um die Entwicklung eines einheitlichen Umwelt-managements in sozialen Einrichtungen der Re-publik Belarus voranzubringen.
Dieses Projekt ist wie schon die erfolgreiche Be-ratung der ökologischen Landwirtschaft in unse-rem Zentrum Nadeshda durch einen deutsch-russischen Biobauern im Jahr 2006 über das Förderprogramm Belarus vom Bundesministeri-um für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ent-wicklung ermöglicht worden.
Nähere Informationen zu diesem Projekt gibt es bei Ralf Höffken.

Erste gemeinsame Veranstaltung des Zentrums für Frauen und Männer der EKD

 

Inzwischen ist das Büro der Arbeitsgemeinschaft der Männerarbeit in der EKD von Kassel nach Hannover umgezogen und die Mitarbeiter haben dort ihre Arbeit aufgenommen. Die Geschäftsstelle der Männerarbeit befindet sich nun in einer Bürogemeinschaft mit der Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland. Diese firmiert unter dem Titel „Evangelisches Zentrum für Frauen und Männer“.

Die erste gemeinsame Veranstaltung in dieser neuen Formation findet am Freitag 20. / Samstag 21. März in Hannover statt. Sie trägt den Titel: „Zukunftsprojekt oder Luxus – Geschlechtergerechtigkeit in der Evangelischen Kirche“. Mit dieser Veranstaltung wird gleichzeitig an die Beschlüsse der EKD-Synode von 1989 in Bad Krozingen erinnert, mit denen das Thema „Neue Gemeinschaft von Frauen und Männern in der Kirche“ auf die Tagesordnung gesetzt wurde.

In der Einladung heißt es:

Vor 20 Jahren wurde der Grundstein für eine neue Gemeinschaft von Frauen und Männern in der Evangelischen Kirche gelegt. In Bad Krozingen verabschiedete die EKD-Synode 1989 weitreichende Beschlüsse für eine geschlechtergerechte Zukunft der Kirche. Ein Jahr später stand das gleiche Thema auf der Tagesordnung der Leipziger Synode des Bundes der Evangelischen Kirchen (BEK). Die Beschlüsse der Synoden schrieben Kirchengeschichte. Sie brachen endgültig mit kulturellen und religiös begründeten Traditionen, die die Diskriminierung von Frauen in Kirche und Gesellschaft über Jahrhunderte hinweg legitimiert hatten. Mit ihren Beschlüssen stellten die Synoden klar, dass die Gemeinschaft der Gläubigen nicht ohne Geschlechtergerechtigkeit gelebt werden kann.

Wie steht es heute um die Gleichstellung der Geschlechter in Kirche und Gesellschaft? Wie können Männer und Frauen, die neue Lebensentwürfe jenseits der traditionellen Männer- und Frauenrollen leben wollen, in der Evangelischen Kirche (neu) beheimatet werden? Welche Entwicklungen zeichnen sich in der weltweiten protestantischen Ökumene ab? Sind die Leitlinien der Bad Krozinger Synode noch heute Grundlage kirchlichen Handelns oder droht der Anspruch der gerechten Gemeinschaft von Frauen und Männern in Zeiten von Relevanzverlust und Finanzkrise der Kirchen in Vergessenheit zu geraten? Wie kann Geschlechtergerechtigkeit strukturell so verankert werden, dass sie für die Kirche der Zukunft selbstverständlich ist?

19. Oktober
Männersonntag 2008

 

„Das Leben auf unserem Stern ist möglich durch die Balance der Schöpfung in Zeit und Raum. Durch seine Arbeit greift der Mensch in dieses Gleichgewicht ein. Technik hilft zum Leben und Überleben. Aber es gibt Punkte, an denen sich Wirtschaft, Politik und Technik gegen das Leben richten. Es ist eine politische und kulturelle Herausforderung, diese Punkte zu beschreiben und gegenzusteuern. Um Technik, Wirtschaft und soziales Leben angemessen gestalten zu können, brauchen wir ein „menschliches Maß“, das markiert, wo unser Tun lebensfeindlich wird. Daran erinnert der Regenbogen als Zeichen des Bundes Gottes mit den Menschen.“

 

Dieser Text ist auf den Plakaten abgedruckt, mit denen überall in Westfalen auf die Gottesdienste und Diskussionsveranstaltungen zum Männersonntag hingewiesen wird. Unter dem Motto „Es soll nicht aufhören Saat und Ernte – Männer im Spannungsfeld von Ökonomie, Ökologie und Technik“ sind landesweit bisher ca. 50 Veranstaltungen geplant. Überall dort, wo Gottesdienste zum Männersonntag eine lange Tradition haben, ist die Veranstaltungsdichte naturgemäß etwas höher. An anderen Orten haben sich Gruppen daran gemacht, diesen Gottesdienst am 3. Sonntag im Oktober neu zu etablieren. Manchmal wurden besondere Schwerpunkte gesetzt, wie in Bochum Melanchthon mit Vätern und Kindern oder in Dellwig zum Thema Nadeshda. In Buer –Beckhausen war ein 125jähriges Jubiläum der Männerarbeit zu berücksichtigen. Wo in den Gemeinden vor Ort der genaue Termin nicht möglich war, können die Männergottesdienste auch einen Sonntag früher oder später stattfinden. Achten Sie auf die regionalen Informationen in dieser Ausgabe von Männerarbeit aktuell oder auf die Plakate vor Ort: Licht, das durch ein Prisma fällt verwindet sich zu einem bunten Regenbogen. Technik und Natur spiegeln sich in diesem spannungsvollen Farbenspiel. Prisma und Regenbogen sind in diesem Jahr das gemeinsame Markenzeichen für die unterschiedlichen Aktivitäten, die von den Männergruppen in den Gemeinden gestaltet werden.

 

Aktuelle Informationen finden Sie auch auf unseren neuen Internetseiten:

www.maennerarbeit-westfalen.de

 

Dieter Rothardt

Predigt zum Buß- und Bettag

Seit einigen Monaten wird in Westfalen die Ausstellung "Rosenstraße 76" gezeigt. Die Ausstellung zeigt Besuchern häusliche Gewalt dort, wo sie stattfindet – in den vier Wänden. Wer die vollständig eingerichtete Wohnung wie ein Entdeckungsreisender durchstreift, beispielsweise den Anrufbeantworter abhört oder im Bücherregal stöbert, kann im wahrsten Sinne des Wortes hinter der Fassade des Alltäglichen das Grauen der Gewalt entdecken. Informationen an alltäglichen Gegen-ständen reden über Zahlen, Fakten und Schicksale, wenn diese mit offenen Augen betrachtet werden. Dort wo die Ausstellung gezeigt wird, finden auch Veranstaltungen der Männerarbeit zu diesem Thema statt.

Seit Dezember letzten Jahres werden im Rahmen des Begleitprogramms regelmäßig Predigten zu Sonntagen des Kirchenjahres im Internet veröffentlicht. Die Internetseite dazu finden sie hier. Die Reihe wird abgeschlossen mit einem Gottesdienstentwurf von Landesmännerpfarrer Dieter Rothardt zum Buß- und Bettag.



Umzug abgeschlossen

Ende Februar wurden in der Geschäftsstelle der Männerarbeit die Umzugskisten gepackt. Inzwischen haben Ordner und Möbel, PCs und Kaffeetassen ihren neuen Platz gefunden. Die Telefone sind geschaltet und die Rechner neu vernetzt. Der neue Standort ist jetzt Haus Villigst. Durch den Eingang neben der neuen Kapelle geht es zwei Treppen hoch unters Dach zu den neuen Büros. Zentral mit guter Aussicht. Damit verbunden ist auch ein Neuanfang in unserer Internetpräsenz. Wir sind weiterhin zu finden unter

www.kircheundgesellschaft.de/maennerarbeit/

hinzu gekommen ist

www.maennerarbeit-westfalen.de

Die neuen Seiten sind ein gemeinsames Projekt von Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen. Sie sollen lebendige Männerarbeit sichtbar machen und zur Mitarbeit einladen.